München, 15. Januar 2020.

Zu Beginn des neuen Jahres stand für die Themenplattform Digitales Landmanagement das 1.Hoschulgespräch „Digitale Landwirtschaft“ auf der Agenda. Für diesen Anlass trafen sich Vertreter*innen bayerischer und angrenzender Wissenschaftsorganisationen im Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten an der Ludwigstraße in München.

Ziele waren ein fachlicher Austausch zum Thema, die Vorstellung der Themenplattform sowie die Etablierung eines interdisziplinären Netzwerkes um Forschung und Lehre in der digitalen Landwirtschaft zu stärken. Im Wesentlichen wurde darüber beraten wie eine fachübergreifende Forschung mit Schwerpunkten in Innovation, Praxisanwendung und Lehre unterstützt werden und der bayerischen Landwirtschaft helfen kann. Bewusst wurden dafür zunächst bereits am Thema interessierte Forscher*innen sowie Mitarbeiter*innen verschiedenster Fachrichtungen und Regionen eingeladen. Es ergab sich so ein disziplinärer Mix von Informatik / Geoinformatik über Agrartechnik bis hin zu Maschinenbau oder Innnovationsmanagement.

Nach einer Einführung über die Themenplattformarbeit durch deren Koordinator Christian Metz verdeutlichte Anton Dippold, Leiter des Referates für Bayerische Agrarpolitik, Sonderaufgaben, Agrarstatistik und Wirtschaftsbeobachtung am StMELF, die Motivation, die zur Gründung der Themenplattform Digitales Landmanagement am ZD.B durch das StMELF geführt hat. Für das Ministerium bietet die Themenplattform unter anderem eine Chance neue innovative Wege zu gehen, um das Thema mit den richtigen Impulsen und engagierten Beteiligten voranzubringen. Die tägliche Arbeit der Themenplattform solle insbesondere auf die Situation der vielen unterschiedlich aufgestellten Familienbetriebe in Bayern eingehen. Die digitale Transformation kann hier gezielt genutzt werden um die oft kleineren und mittleren Betriebe für die Zukunft zu stärken.

Im Anschluss stellte Dr. Jörg Dörr, Hauptabteilungsleiter Information Systems und Co-Head Business Development am Fraunhofer IESE in Kaiserslautern, das Fraunhoferleitprojekt „Cognitive Agriculture – COGNAC“ vor. Dieses wissenschaftliche Großprojekt, einer nicht primär agrarisch ausgerichteten Forschungseinrichtung, zeigt klar den hohen Stellenwert des komplexen Themas Digitale Landwirtschaft. Dr. Dörr zeigte auf, wie die digitale Transformation in der Landwirtschaft eine höhere Produktivität im Einklang mit Zielen wie Nachhaltigkeit oder Qualität ermöglicht. Im Projekt werden Forschungsfelder im Bereich Autonome & Cyber-physische Systeme, Mobile Systeme, Digitale Services und Smarte Ecosysteme beobachtet. Vor allem smarte Ecosysteme stellen einen branchenübergreifenden Grundbaustein der digitalen Transformation dar.

Spannend erschienen in diesem Kontext die Zukunftsprognosen für die weltweite Ausbreitung von digitalen Technologien sowie die Diskussion über die Etablierung herstellerübergreifender Systeme.

Im Anschluss wurde nach einer kurzen Pause mit einem „Markt der Möglichkeiten“ ein interaktiver Austausch zu verschiedenen Themen eröffnet. Jeder Teilnehmer*in hatte die Möglichkeit seine / ihre Organisation nach dem Muster Biete, Suche und mein Wunsch für die Digitalisierung vorzustellen. In Kleingruppen wurde anschließend angeregt und produktiv über gemeinsame Anknüpfungspunkte gesprochen. Aus dieser Runde war deutlich der Wunsch nach engerer Zusammenarbeit zu spüren.

Zum Ende ergriff nochmal Herr Dippold das Wort und hob explizit die Chancen, die sich durch gezieltes gemeinsames agieren ergeben hervor. Gemeinsam könnte man stärker Positionen zum Thema Digitale Landwirtschaft beziehen und innovative Themen und Forschung leichter sowie schneller vorantreiben und umsetzten.

Diese Veranstaltung sollte als Anstoß für einen weiteren engeren Austausch der verschiedenen Institutionen und Fachrichtungen in Zusammenarbeit mit Wirtschaft, Politik und Anwender gesehen werden und lässt auf viele kreative und praxistaugliche Lösungen für den Sektor hoffen.