München, 02. Mai 2019.

Guten Morgen in München!

Mit strahlendem Sonnenschein begrüßte die Landeshauptstadt ihre Bewohner und Gäste – und luden herzlich zu “Energie. Digital. Kommunal.” ein. Wenn die Sonne so strahlt wie an diesem Tag, vergisst man kurz, wie wichtig Energie in Form von Strom für uns ist – und wie kostbar. Gerade deshalb sind Energienutzungspläne unverzichtbar und daher Thema des Tages gewesen. Sie helfen Kommunen, ihre Energie effektiv und ökonomisch einzusetzen – und auch dann für optimale Wärme zu sorgen, wenn der Mai doch wieder regnerischer wird.

Herzlich willkommen!

Der Countdown zu “Energie. Digital. Kommunal.” läuft! Zur Anmeldung haben sich schon lange Schlangen gebildet – das Thema Energienutzungspläne ist eben aktuell und wichtig.

Gleich geht es los!

Noch etwas zur Stärkung? Es bleiben noch ein paar Minuten, bevor die Veranstaltung beginnt, also greifen Sie ruhig zu den Brezen und trinken Sie eine Tasse Kaffee – es steht eine große Auswahl für Sie parat.

Willkommen zu Energie. Digital. Kommunal

Rudolf Escheu, Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, heißt alle zu “Energie. Digital. Kommunal.” willkommen. “Heute wird ein wichtiger Schritt geschehen: die Energienutzungspläne werden digital”, erklärt Escheu. Eine interaktive Website soll das Verfahren erleichtern und optimieren. Dafür wurden die besten Experten aus allen Bereichen, aus Politik, Forschung und Energieagenturen zusammengebracht – für das beste Ergebnis in Sachen Energie.

 

Grußwort von Hubert Aiwanger

Weg von den ideologischen Diskussionen, hin zur Zukunft 

Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, begrüßt die Gäste zur heutigen Veranstaltung. “Sie spüren es alle: Wörter wie Prosumer oder digitale Vernetzung waren früher noch weit von der Realität entfernt – heute stehen sie für die einzige Lösung, um das Potential der Energienutzung zu optimieren”, betont Aiwanger.
Schon lange ist das keine ideologische Diskussion zwischen Kohle und Atom mehr: erneuerbare Energien sind die Zukunft, und Aiwanger wagt eine Prognose: “Das wird alles viel schneller gehen als erwartet. Bis 2030 werden nur noch geringe Mengen Energie aus Kohle gewonnen werden – erneuerbare Energien werden auch aus ökonomischen Gründen immer wichtiger werden.”

Energienutzung für jeden

Diese bessere ökonomische Nutzung wird nur über optimale Energienutzungspläne funktionieren. Denn der Blick in solche Pläne kann es erleichtern, das Ganze mitzudenken und noch mehr: “Die Energienutzung wird so auch bis ins Wohnzimmer gebracht, so dass für jeden sichtbar wird, wie viel Energie verbraucht wird.”
Jetzt kommt es auf jeden Einzelnen an – denn mit den Energienutzungsplänen wird das für jeden möglich. Darum will diese Veranstaltung ein Zeichen setzen – und natürlich den Startschuss geben für ENPonline!

“Heute wird das Kind ENPonline zum Laufen gebracht. Und es wird ein strammes Kind werden – und es wird uns Freude machen! Denn es wird gelingen – es ist logisch, nichts spricht dagegen, alles spricht dafür! Mathematisch gesehen ist nur ein Erfolg möglich.”

Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft

Keynote von Prof. Dr. Gerhard Hausladen

Keynote: „Energienutzungspläne national, global“ 

Die Veranstaltung hat zwar „kommunal“ im Titel, aber sie wagt auch den Blick über den Tellerrand, hin zum Einsatz von Energienutzungsplänen auf nationaler Ebene. Prof. Dr.-Ing Gerhard Hausladen gibt Einblick, wie es früher aussah in Sachen Energienutzungsplänen und was wichtig dabei ist. In vielem ist Hausladen der Begründer der Energienutzungspläne – und damit perfekt für den ersten Vortrag des Tages.

Energieerzeugung vs. Verbrauch 

“Menschen haben noch nie so gut gelebt wie heute”, beginnt Hausladen. Aber natürlich ist dieses gute Leben auch teuer erkauft: “Wir konsumieren und produzieren, wir schmeißen weg – aber das ist eben auch das Wirtschaftsmodell, das man nicht einfach beenden kann.”

Die Frage ist darum, wie man die Erzeugung von Energie an den Verbrauch anpasst – aber für Hausladen ist das machbar. Denn heute gehen junge Menschen auf die Straße, um für Änderungen in Sachen Klimapolitik zu kämpfen – und sie werden auch mit neuen Erwartungen an Konsum und Produktion herangehen.

Es ist wichtig, dass wir uns für Dinge einsetzen, die unsere Zukunft sind. Denn nur so können wir unsere Welt wirklich verändern. Und wir müssen dabei alle veränderungsbereit bleiben.

Prof. Dr.-Ing Gerhard Hausladen 

Energie für das Gute

“Früher konnte man relativ eingegrenzt denken – heute muss man in größeren Dimensionen denken. Menschen wollen etwas Gutes erreichen, das ist in ihrer Natur, sie brauchen eben nur ein wenig Unterstützung”, erklärt Hausladen. Darum wurde an seinem Lehrstuhl der erste Leitfaden entwickelt, um die Energienutzung besser einschätzen und steuern zu können.

Darin ging es zuerst u.a. um den richtigen Zeitpunkt, an dem Energie gebraucht und erzeugt werden musste – und wann sie besonders billig war. Und wichtig waren und sind hier die richtigen Speicher, um Strom zur genau richtigen Zeit zur Verfügung zu stellen.

Startschuss für ENPonline

“Die Energiewende möge gewinnen – und der Energienutzungsplan dafür seinen Zweck erfüllen!”

Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie

Das wünscht sich Hubert Aiwanger beim Startschuss für die Digitalisierung der Energienutzungspläne in Form von ENPonline! Und er drückt auf den Buzzer – ENPonline ist hiermit wirklich online!

Energienutzungspläne in Bayern 

Wie sehen diese Energienutzungspläne konkret und in Praxis aus? Zwei Beispiele werden heute vorgestellt:

  • das Beispiel Berechtesgaden, präsentiert von Landrat Georg Grabner
  • das Beispiel München, präsentiert von Arne Lorz, Leiter der Stadtentwicklung

Beide Projekte zeigen die Bedeutung von digitalisierten Energienutzungsplänen – in jeweils einem ganz unterschiedlichen Umfeld.

Musterbeispiel 1: Das Berchtesgadener Land

Umsetzbar und digital 

Für das Berchtesgadener Land und die dortige Energienutzung war immer wichtig, dass es keine Energienutzungsplan gibt, der beliebig austauschbar ist, betont Landrat Georg Grabner. Sie wollten ein gut umsetzbares Projekt, eines, das alle Kommunen betrifft und das sie aktiv gestalten können – und das einfach nutzbar ist.
Wo wird Energie verbraucht? Das war eine der ersten Fragen, gefolgt von der Frage, wo diese eingespart werden kann. “Gebäudescharf, digital, umsetzungsorientiert” – das waren wichtige Punkte dabei.

“Es war ein Leuchtturmprojekt für jede Gemeinde – und jede Gemeinde konnte sagen, was sie braucht und will, damit wirklich alle Anteil haben.”

Georg Grabner

Mehr Nutzen für alle 

“Rückblickend betrachtet kann ich sagen: uns reut keine Minute, kein Euro, den wir dafür eingesetzt haben”, erklärt Grabner. Denn durch den Einsatz ist ein wirklich umsatzorientiertes Konzept entstanden, das allen Nutzen bringt. Auf mehr als 45 Ortsterminen wurden immer der Kontakt und die Rückmeldung gesucht, die dafür gesorgt haben, durch den das Projekt so erfolgreich wurde.

“Wir sind vielleicht nur ein kleines Bergvolk – aber wir sind sehr froh, dass wir an diesem Riesenprojekt so entscheidend teilnehmen und alles mitgestalten konnten.”

Georg Grabner

 

Musterbeispiel 2: Die Landeshauptstadt München

Ziele der Energienutzungspläne 

“Energienutzungspläne sind ein Thema, das uns in München schon lange beschäftigt”, erklärt Arne Lorz, Leiter der Stadtentwicklung. Ein Großteil der Energie wird dabei fürs Heizen benutzt – und hier spielen natürlich auch Gebäude die größte Rolle. Daher sind Pläne, bei welchen Gebäuden Energie eingespart werden kann.
Die Ziele der Stadt München sind dabei sehr sportlich und an die nationalen Ziele angelegt. Dabei kommen Maßnahmen wie energetische Sanierung und Solarthermie in Frage, wichtig ist dafür die korrekte Dateninfrastruktur.

“Was ist ein Energienutzungsplan? Das ist kein Plan, sondern viel mehr eine Plattform, die Daten liefert, mit der man die Energienutzung besser steuern kann – und sie ist der Mittelpunkt all unsrer Planungen.”

Arne Lorz

Maßnahmen zur Optimierung 

Erst kommt auch in München die Ist-Analyse, dann die Potential-Analyse. Welche Sanierung kommt für welches Gebäude in Frage – und welche kann am meisten Nutzen bringen? Daraus werden weitere Maßnahmen entwickelt, wie:

  • die Definition von Fokusgebieten
  • energetische Quartierskonzepte
  • gute Grundlagen für die Energieberatung
  • spezifische Förderung

Und das sind nur ein paar der Maßnahmen, die gesammelt und entwickelt werden – gerade die digitalisierten Energienutzungspläne lassen sich flexibel einsetzen.

Fragerunde zur Abrundung

“Effizienz muss immer am Anfang von allem stehen!”

Rudolf Escheu, Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie

Kleine Fragerunde zur Abrundung 

Effizienz gibt es heute nicht nur bei den Energienutzungsplänen, sondern auch bei den Rednern: alle haben so prägnant gesprochen, dass sogar Zeit für eine kleine Fragerunde bleibt. Gestellt wurden z.B. diese Fragen

  • Wie können die Pläne und die Ziele darin verbindlich gemacht werden? Eine Hilfe kann sein, die Maßnahmen ganz konkret zu formulieren – denn das macht sie klarer und damit leichter umsetzbar. Und, wie Georg Grabner empfiehlt: “Motivieren, motivieren, motivieren!”
  • Was genau wird jetzt leichter? Das kann man viel leichter zeigen als nur erklären: darum liegen im Nebenraum Tablets bereit, damit jeder es selbst ausprobieren kann.

Es gibt viele Fragen, Anregungen, Wünsche – und eine lebhafte Diskussion! Sind noch Fragen offen geblieben? Keine Sorge, in den vier Workshops am Nachmittag gibt es genügend Zeit und Raum, diese Fragen noch einmal zu stellen und gemeinsam mit anderen Experten Antworten dafür zu erarbeiten.

Übersicht über die Workshops

Die heutige Veranstaltung bietet einiges: theoretische Grundlagen und praktische Einblicke – und auch die Möglichkeit, in interaktiven Workshops mit Experten mehr auszuprobieren. Welcher Workshop hat welches Thema? Hier nochmal als kleine Übersicht: 

  • Workshop 1/Die Partner der Energiewende vor Ort: Hochschulen und Energieagenturen
  • Workshop 2/Die Förderung: der Energienutzungsplan
  • Workshop 3/Die Zukunft: Digitalisierung in der Energienutzungsplanung
  • Workshop 4/Die Best Practices: innovative Verbundlösungen

Und welchen Workshop besuchen Sie wann? Wie Sie eben gehört haben: Ihr Namensschild fungiert heute auch als Spickzettel, auf dem vermerkt ist, wann Sie in welchem Workshop eingeplant sind.

Workshop: Best Practices

Die Best Practices sind Thema von Workshop 4. Die Referenten Prof. Markus Brautsch (OTH. Amberg-Weiden) und Dr.-Ing Holger Ruf (Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm) geben Einblick in den Arbeitsalltag und zeigen, welche Verbundlösungen es vor allem zur Sektorkopplung es bereits gibt – und wie vorhandene Infrastruktur innovativ genutzt werden kann. Moderiert wird dieser Workshop von Dr. Birgit Seeholzer (Wirtschaftsregion Chiemgau).

Beispiel Windpark Haßfurt

Markus Brautsch berichtet von dem Beispiels des Windparks Haßfurt – hier wurde früher oft der Park geschlossen, wenn kein Strom gebraucht wurde. Also gab es die Idee, bestehende Infrastrukturen zu nutzen und zu erweitern. Besonders ist hier der “Multi-Use” der PtG-Anlage, wie in der Speicherung von EE-Stroms. Hier wurde ein Verbrennungsmotor statt einer Brennstoffzelle gewählt – weil es sich um eine verfügbare und erprobte Technologie auch für größere Leistungsklassen handelt.

Sektorkopplung als Grundlage

Hier geht es um Sektorkopplung, erklärt Brautsch, denn das ist wichtig im Energiesystem der Zukunft. Und es geht um Multi-Use – wichtig ist auf jeden Fall, dass die Technik leicht und flexibel einsetzbar ist. Dafür ist in Haßfurt auch ein digitaler Energienutzungsplan als Grundlage angedacht, denn er kann das Projekt auch in Zukunft bei der Integration weiterer Sektoren und von Speichern unterstützen.

Praktische Beispiele und ihre Besonderheiten

Holger Ruf widmet sich in seinen Beispielen u.a. dem Hybridkraftwerk der Stadtwerke Prenzlau, der BMW Speicherfarm in Leipzig und dem Projekthaus Ulm. Bei Letzterem geht es um Sektorkopplung im Einfamilienhaus und wie Solarstrom genutzt werden kann – anhand der Daten, die im wirklich praktischen Einsatz gesammelt werden können, ist das natürlich besonders interessant und wichtig als Beispiel für zukünftige Energienutzung.

ENPs als Grundlage für die Zukunft

“Sektorenkopplung ist heute schon Realität”, betont Ruf. Und vor allem: sie ist für das zukünftige Energiesystem unverzichtbar. Wichtig ist auf jeden Fall immer, dass die Projekte flexibel bleiben und sich auf die lokalen Gegebenheiten einstellen – und gerade hier kann ein Energienutzungsplan den entscheidenden Schritt nach vorne bringen.

Diskussionen rund um die Best Practices

Zeit für die Diskussionsrunde! Die beiden Referenten stellen sich den Fragen – und es beginnt eine lebhafte Diskussion.

  • Wie sieht es z.B. mit der Wirtschaftlichkeit aus? Die richtigen Partner können hier entscheidend sein – und die Wirtschaftlichkeit ist natürlich entscheidend für das Gelingen.
  • Oder wie sieht es mit Gas für die Zukunft der Energie aus? Ruf meint hier, dass es hier sehr auf den Regulierungsrahmen ankommt. Auch Förderungsmöglichkeiten sind entscheidend.

Festzuhalten ist: hier ging es um mehr, als nur Fragen zu beantworten – hier wurden auch Lösungen, neue Ideen und Konzepte mitentwickelt. Und natürlich wurden diese gesammelt – damit alle durch die Erfahrungen der Best Practices ganz konkret ihre Projekte weiter vorantreiben können.

Workshop 3: Die Zukunft

Workshop 3 hat ein omnipräsentes Thema im Blick: die Zukunft. Denn die Digitalisierung ermöglicht die Vernetzung von Daten, Liegenschaften und Gebäuden. Die Referenten Dr. Markus Duchon (fortiss) und Detlef Malinowsky (IBDM GmbH) erklären, wie die Zukunft der Energienutzungspläne für Quartiere im Bestand aussehen wird. Ein konkretes Beispiel gibt es natürlich auch – und der Begriff „Vernetzte Quartiere“ wird definiert. Moderator hier ist Maximilian Irlbeck (ZD.B).

Der Energienutzungsplan – digitalisiert und doch zum Anfassen

“Einen voll digitalisierten Energienutzungsplan haben Sie wahrscheinlich noch nicht gesehen”, führt Maximilian Irlbeck ein. Bisher war Papier noch zentral hier – aber jetzt geht es um Digitalisierung und Daten. Wichtig sind dabei immer aktuelle Daten, um alles am Laufen zu halten.
Und was ist ein Energienutzungsplan? Wichtig sind hier folgende Phasen:

  • das Antragsverfahren ,
  • die Analyse des Ist-Zustand s,
  • dann folgend die Potentialanalyse ,
  • der richtige Maßnahmenkatalog ,
  • die optimale Umsetzungsbegleitung .

Wichtig ist aber hier: der Ringschluss, der immer wieder von vorn beginnt und alles stetig verbessert – ein kontinuierliche Optimierung also, die zu immer besseren Ergebnissen führt.

Energienutzungspläne am Beispiel von Regensburg

Am Beispiel der Stadt Regensburg erklärt Maximilian Irlbeck noch mehr zu den Energienutzungsplänen: hier wurden erst einmal die Struktur der Stadt und verschiedene Quartiere genauer betrachtet. Früher wurde eher von den Gebäuden her gedacht – “Aber moderne Energiennutzungspläne versuchen dieses Denken aufzubrechen.” Der Wärmebedarf wird aber noch eher Häuserscharf ermittelt, um dann genau hiernPotentiale zu erkennen.

Was bei Regensburg deutlich wurde: es gibt nicht viele Quartiere, die sich für eine Vernetzung anbieten – aber es gibt sie. Und diese Potentiale können so erkannt und natürlich genutzt werden.

Ist-Analyse für neue Erkenntnisse

Detlef Malinowsky (IBDM GmbH) brennt vor allem dafür, neue Visionen zu entwickeln – eine davon ist die Frage, wie vielleicht in Zukunft Energien auch zwischen Gebäuden ausgetauscht werden können. Um seinen Vortrag wirklich interaktiv zu gestalten, können auch alle Zuhörer mitmachen und die jeweiligen Gebäude heraussuchen, die Malinowsky bereitgelegt hat. So bauen alle Workshop-Teilnehmer gemeinsam eine Ist-Analyse auf, mit passenden Gebäuden und deren typischen Energie-Elementen.

“Wir können hier sehen, wie vielfältig wir Energie erzeugen”, betont Malinowsky. Oft sind einige Elemente dabei auch veraltet und es kommt zur Überproduktion. Wenn solche Potentiale vorhanden sind – wie können sie genutzt werden?

Das Forschungsprojekt Memap

Simulationen sind hier sehr wichtig, um die Potentiale genau erkennen zu kennen. Wo gibt es zu viel, wo zu wenig Energie – und vor allem wann? Das Forschungsprojekt Memap möchte die richtige Plattform dafür bauen. Wichtig ist hier auch der Blick auf die verschiedenen Geschäftsmodelle, die sich hier ergeben. Darum arbeitet Memap mit dynamischen Preismodellen, um die Simulation immer beweglich zu halten.
Besonderen Nutzen hat dieses System natürlich, wenn es digitalisiert vorliegt. So kann ein Quartier zusammengestellt werden, die dann bestimmte Energieformen wegen des geringeren CO2-Ausstoßes bevorzugen kann. Auch die Berücksichtigung der rechtlichen Bedingungen spielt hier eine Rolle und wird immer in die Simulation aufgenommen.

Der Einsatz in der Praxis

Natürlich kommen auch hier Fragen zu – und das ist auch gut so! Denn das Forschungsprojekt lebt von den Nachfragen und neuen Ideen. Geplant ist, dass Memap Open Source ist und sich genau so weiterbildet, natürlich auch hier innerhalb des Workshops. Der Wunsch, dass auch nach CO2 gerechnet wird und eine solche Plattform noch stärker im Sinne der Energiewende eingesetzt werden, kommt immer wieder auf – und ist für die Plattform schon geplant.
Der nächste Schritt wird sein, dass die Software immer stärker real angewendet wird, denn dadurch wird sie automatisch wachsen und sich optimieren. Vor allem die ganz realen Kosten werden dadurch nochmal deutlicher und besser berechenbar. Auch die kommunalen Formen können dann besser miteinbezogen werden – denn die Kommunen sind hier wichtige Entscheidungsträger.

Workshop 2: Die Förderung

Die Förderung ist das Thema von Workshop 2: Dr. Peter Wunsch (Bayern Innovativ) und Richard Brandner (Biomasse Wärmeverbund Aichach) sprechen hier darüber, wie Energienutzungspläne am besten gefördert werden. Und worum geht es genau bei Energiekonzepten? Beispiele aus der Praxis geben Einblick in das Thema und runden den Workshop ab. Die Moderation übernimmt hier Hans Gröbmayr (Energieagentur Ebersberg).

Individuelle Lösungen bei Bayern Innovativ

Dr. Peter Wunsch stellt Bayern Innovativ kurz vor: hier gibt es die Förderung von Energiekonzepten und kommunalen Energienutzungsplänen. Gefördert werden können kommunale Gebietskörperschaften und Eigenbetriebe, aber auch Unternehmen mit Sitz oder Niederlassung in Bayern und Träger kirchlicher oder anderer Einrichtungen ohne wirtschaftliche Tätigkeit in Bayern. Mögliche Vorhaben umfassen hier das Energiekonzept und den Energienutzungsplan. Dabei sucht Bayern Innovativ immer für die besten, individuellen Lösungen für alle Beteiligten.

Workshop 1: Die Partner

Workshop 1 widmet sich den Partnern der Energiewende – und das sind vor allem Hochschulen und Energieagenturen. Prof. Petra Denk (ISE, Hochschule Landshut) und Erich Maurer (Energieagentur Nordbayern) diskutieren hier, wie diese Partner die Energiewende durch Energienutzungspläne voranbringen können. Und vor allem: auf welche Schwerpunkte kommt es hier an? Moderiert wird dieser Workshop von Pascal Lang (Energie- und Klimaschutz, Landkreis Altötting).

Die Möglichkeiten der Digitalisierung

Eine wichtige Erkenntnis ist hier, dass aus der Ist-Analyse immer zuerst Prämissen entstehen – was man dann wirklich umsetzen kann, zeigt immer nur die Praxis. Ein Fragebogen ist hier immer ein guter Ansatzpunkt – aber wie Erich Maurer betont, ist hier immer eine bestimmte Abschätzung dabei. Doch das ist eher ein kleines Problem, denn diese Schätzungen können nach und nach optimiert werden.
Was ist das Besondere an den digitalisierten Energienutzungsplänen? Es geht eben nicht darum, dass die Energienutzungspläne damit komplett neu erfunden worden sind, sondern dass die Digitalisierung sie einfach zukunftsfähig gemacht hat. Prof. Dr. Denk betont außerdem: “Diese Pläne sind ausführlicher und detaillierter geworden – das ist in jedem Fall ein Vorteil.”

Mehr Optimierung für die Zukunft

Wichtig ist, dass immer weiter optimiert wird. “Hier geht es auch um Big Data”, betont Denk. “Wir müssen immer klarer und besser herausholen, wie damit gearbeitet werden kann.” Viele ENPs sind im Moment auf einem sehr unterschiedlichen Niveau, deshalb kann eine Vereinheitlichung hier einen Schritt in die Richtung sein, dass bald auf größerer Ebene gearbeitet werden kann.
Wer außerdem direkt mit einer Kommune arbeitet, muss mit ihr in Kontakt bleiben, betont Denk, auch nach dem Erstellen des Projekts. Vor allem das Etablieren von gemeinsamen Effizienznetzwerken kann hier helfen.

Zusammenfassung der Workshops

Die Highlights aus Workshop 1 – Die Partner

Sie konnten nicht alle Workshops besuchen? Keine Sorge, jetzt wird nochmal zusammengefasst, welche Highlights die Workshops ergeben haben.
Pascal Lang (Energie- und Klimaschutz, Landkreis Altötting) fasst zu Beginn nochmal das Wichtigste von Workshop 1 zusammen: oft kam die Frage, was das Besondere an ENPonline ist. Das Ziel ist hier vor allem eine Zeitersparnis – die man dann in das Entwickeln neuer Maßnahmen stecken kann. So können alle Akteure mitgenommen und auch unbeliebte Projekte umgesetzt werden. Und Elektromobilität wurde immer wieder als Erweiterung gefordert – für noch mehr Vielseitigkeit.

Das Wichtigste aus Workshop 2 – Die Förderung

Hans Gröbmayr (Energieagentur Ebersberg) stellt bei Workshop 2 Folgendes heraus: hier wurde nicht nur erklärt, wie eine Förderung aussieht, sondern auch ein erfolgreiches Beispiel gezeigt. Aber ebenso wie ENPs konkret aussehen wurde hier besprochen. In der Diskussion kam immer wieder die Frage auf, ob es sich in der Praxis richtig umsetzen lässt – gerade Schulungen könnten hier noch weiterhelfen. Der Wunsch nach Umsetzungsbegleitung kam auf – damit wirklich immer das Beste aus der Arbeit mit den ENPs geholt werden kann.

Das Best of aus Workshop 3 – Die Zukunft

Die Zukunft war das Thema von Workshop 3: Maximilian Irlbeck (ZD.B) führt aus, dass der Ringschluss immer wichtiger wird. Wenn man also Maßnahmen umsetzt, wie beeinflusst das den Ist-Zustand? Daten und ihre richtige Nutzung waren hier daher ein wichtiges Thema. Quartiere waren in diesem Workshop ein weiteres zentrales Thema, dafür wird gerade das Projekt Memap entwickelt. Wichtig ist aber auch die Motivation der einzelnen Teilnehmer – und dass das Thema von den Akteuren aus gedacht wird.

Die Learnings aus Workshop 1 – Best Practices

Dr. Birgit Seeholzer (Wirtschaftsregion Chiemgau) fasst zusammen, dass die positiven Beispiele aus dem Workshop eine gute Diskussionsgrundlage geboten haben. Eine wichtige Anregung war hier, dass vor allem die rechtlichen Rahmenbedingungen oft noch sehr schwierig sind. Der Wunsch, Sektoren stärker verknüpfen zu können, kam ebenfalls immer wieder auf. Und der Smart Meter war Thema – und wie er eine gute Verbindung bieten kann.

Aus- und Rückblick von Energie. Digital. Kommunal.

Blick zurück und nach vorne

Stefan Raab, Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, hat ein Smart Meter dabei – und gibt einen Rück- und Ausblick auf die Veranstaltung. Die Weiterentwicklung der Software ist dabei ein wichtiger Punkt. “Ein Energienutzungsplan ist dabei etwas Freiwilliges”, betont Raab. Aber der Zugang soll möglichst einfach und unbürokratisch werden, was die Schwelle dorthin verringern kann.

“All das, was hier an Anregungen gekommen ist, wird aufgenommen. Vielleicht kann es nicht gleich umgesetzt werden, aber es sind für uns sehr wertvolle und hilfreiche Gedanken.”

Stefan Raab, Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie

Die komplette Veranstaltung können Sie im Live-Blog nachlesen unter www.enp-online.de

Bildnachweis: © ZD.B | Mirja Kofler – storytile