Der Freistaat Bayern fördert mit dem Bayerischen Sonderprogramm Landwirtschaft Digital Investitionen im digitalen Bereich, die vor allem das betriebliche Management optimieren, die Umweltverträglichkeit verbessern, das Tierwohl steigern und die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.
Das Programm gliedert sich in vier Teile:

Teil A Digitalbonus Agrar
Agrarsoftware im Rahmen der pflanzlichen und tierischen Erzeugung sowie Wein- und Gartenbau

ist es, die bäuerliche Landwirtschaft an der dynamischen Entwicklung der Digitalisierung teilhaben zu lassen, um insbesondere die Umweltverträglichkeit zu verbessern, das Tierwohl zu steigern, das Management zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit zu heben. Die Vorteile von sektorspezifischen Softwareanwendungen sollen möglichst breit genutzt werden.

ist der Erwerb von Agrarsoftware einschließlich Installation im Rahmen der pflanzlichen und tierischen Erzeugung (einschließlich Fachsoftware für den Wein- und Gartenbau), die ein besseres Betriebsmanagement ermöglicht und die Arbeit der Betriebsleiter erleichtert. Alternativ zum Erwerb der Software ist der Erwerb einer mindestens dreijährigen Nutzungslizenz förderfähig.

Teil B Düngesensor-Technologie
Sensor-Technologie zur organischen und mineralischen Düngung

ist die Steigerung der Zielgenauigkeit der organischen Düngung sowie der organischen und mineralischen Stickstoffdüngung und damit eine Entlastung von Umwelt und Natur sowie ein verbesserter Schutz von Oberflächengewässern und Grundwasser. Die größere Verbreitung moderner, hocheffizienter Technologien in der Praxis steigert die gesellschaftliche Akzeptanz der Landwirtschaft in der Gesellschaft.

sind Nahinfrarot-Sensoren zur Bestimmung der Nährstoffgehalte in Wirtschaftsdüngern einschließlich Jobrechner und der zur Steuerung der Sensoren notwendigen Softwarekomponenten sowie zugehörige Kalibrationspakete und die entsprechenden Ausgaben für den Einbau in ein vorhandenes Güllefass oder eine Pumpstation beziehungsweise als Teilausstattung eines neuen Güllefasses oder einer Pumpstation. Ebenfalls förderfähig sind Sensorsysteme zur Bestimmung der Nährstoffversorgung der Kulturpflanzen einschl. zugehöriger Jobrechner sowie Hard- und Softwarekomponenten (einschl. Düngealgorithmen) zur teilflächenspezifischen organischen oder mineralischen Stickstoffdüngung.

Teil C Digitale Hack-und Pflanzenschutztechnik
Digitale Hack- und PfIanzenschutztechnik zur Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes

ist die Entlastung der Umwelt und Natur sowie der Schutz der Biodiversität durch die Verringerung des Einsatzes chemischer Pflanzenschutzmittel und mithin die Steigerung der gesellschaftlichen Akzeptanz der Landwirtschaft. Dazu dient die Förderung digitaler Technik in der mechanischen Beikrautbekämpfung und im selektiven Pflanzenschutz

a) Erwerb von Feldrobotern, die automatisch Beikraut bekämpfen,
b) Erwerb von vollautomatischen Geräten, die zwischen und innerhalb der Pflanzenreihen mechanisch oder thermisch Beikraut bekämpfen,
c) Erwerb von elektronischen Reihenführungen für Geräte, die zwischen den Pflanzenreihen mechanisch oder thermisch Beikraut bekämpfen,
d) Erwerb von Pflanzenschutzgeräten, die Zielpflanzen bzw. -flächen erkennen und nur auf diese Pflanzenschutzmittel ausbringen.

Teil D Sensorik in der Tierhaltung
Sensor-Technologie zur Steigerung des Tierwohls

ist die Verbesserung der Tiergesundheit und die Steigerung des Tierwohls durch frühzeitiges Erkennen und Dokumentieren von Auffälligkeiten und Gesundheitsproblemen bei Nutztieren mit Hilfe von Sensorsystemen, um frühzeitiges Behandeln zu ermöglichen.

Förderfähig sind Sensorsysteme zur Anwendung bei Nutztieren. Die Systeme müssen die Erkennung von Problemen durch kontinuierliches Überwachen von geeigneten Indikatoren oder Verhaltensabweichungen sowie ein gezieltes, vereinfachtes Monitoring von erfolgten Maßnahmen ermöglichen. Die förderfähigen Ausgaben umfassen Sensoren, Basiszubehör (unter anderem Antennen), zugehörige Software (inklusive Kopplung zu Agrarmanagementsoftware) und Installationskosten.

Voraussetzungen

  • Bereits begonnene Vorhaben können nicht gefördert werden.
  • Eine Antragstellung ist nur online im iBALIS-Serviceportal und nur mit 10stelliger Betriebsnummer und zugehöriger PIN möglich.
  • Antrag stellen können landwirtschaftliche Unternehmen (einschl. Wein- und Gartenbau) mit einer Mindestgröße gemäß §1 Abs. 2 des Gesetzes über die Alterssicherung der Landwirte (ALG)
  • Förderfähig sind Produkte aus der jeweiligen (erweiterbaren) Produktliste.

Förderung

  • Teil A: Festbetragszuschuss in Höhe von einmalig 500 € bei förderfähigen Ausgaben von mindestens 1.250 €
  • Teile B und C: Zuschuss in Höhe von 25 % der zuwendungsfähigen Ausgaben – je nach Investitionsgegenstand zwischen 6.250 € und 25.000 €
  • Vor einer Auszahlung ist online ein Zahlungsantrag zu stellen, mit dem die notwendigen Belege (Rechnungen, Zahlungsnachweise) hochzuladen sind.

Mittelherkunft

  • Bayern

Wichtige Informationen zur Antragstellung

  • Antragstellung für Teil D ist ab November 2019 möglich.
  • Zahlungsanträge für bewilligte Förderanträge im Teil A können jetzt in iBALIS gestellt werden.

Alle Informationen zum Förderprogramm, sowie Details zur Richtlinie und Antragsstellung finden Sie hier.

Quelle: http://www.stmelf.bayern.de/baysldigital, Photo by Spencer Pugh on Unsplash