Garching, den 04. März 2020. Auf reges Interesse stieß das Thema Personaleinsatzplanung in Krankenhäusern beim aktuellen Health-IT-Talk. Wenig verwunderlich, schließlich sehen sich Krankenhäuser gerade dabei mit einer Vielzahl an Problemen konfrontiert. Kann die IT Abhilfe schaffen?

Ja, sagt Prof. Dr. Jens O. Brunner. Er ist an der Uni Augsburg Lehrstuhlinhaber des Instituts für Health Care Operations / Health Information Management und beschäftigt sich intensiv mit der Planung und Analyse von Prozessen im Dienstleistungsbereich, insbesondere in Krankenhäusern. Gemeinsam mit Dr. Christopher Gross von der XITASO GmbH stellte er das Tool Planfox vor.

Laut Brunner entstand Planfox nach zahlreichen Umfragen im Gesundheitssektor. Im Vordergrund der Forschung standen dabei Aspekte wie Langzeitfairness und Umplanungsmöglichkeiten bei unvorhergesehenen Ereignissen, aber auch Weiterbildung und Personalentwicklung oder Cross-Training in der Pflege.

Große Akzeptanz für das neue Planungstool

Entstanden ist ein Tool mit vielfältigen Möglichkeiten, wie die anschließende Demo zeigte. Es bietet u.a. Tagespläne für die einzelnen Mitarbeiter*innen, einen gemeinsamen Dienstplan und eine Art Wunsch-Übersicht für die weiterführende Planung. Gerade diese Übersicht sorgt neben einer leichten Bedienbarkeit für eine große Akzeptanz des Tools, da hier alle Mitarbeitenden völlig transparent jede Arbeitseinteilung nachvollziehen können.

Den hohen Akzeptanzgrad konnte auch Prof. Dr. Manfred Blobner bestätigen. Er ist geschäftsführender Oberarzt an der Klinik für Anästhesiologie im Klinikum rechts der Isar der TU-München, dort ist das Vorgängermodell von Planfox bereits seit 2015 im Einsatz.

Transparenz schafft Zufriedenheit

Bestens vertraut mit dem Thema beklagte er nochmals intensiv die gängigen Probleme der bisherigen händischen Planung: viel zu langsam, wenig Einflußmöglichkeiten der Mitarbeiter*innen und daraus resultierende Unzufriedenheit. Planfox dagegen bietet für ihn eine „hohe Rate an erfüllbaren Dienstwünschen und dadurch große Zufriedenheit der Mitarbeiter.“ Und auch die Zeitersparnis sei immens, betonte Blobner.

Die anschließende rege Diskussion der rund 25 Teilnehmer*innen machte deutlich, wie sehr das Thema die Krankenhäuser tatsächlich gerade umtreibt. So erkundigte sich ein Teilnehmer gleich nach den Kosten für Planfox. Brunners Antwort: „Die Installation von Planfox liegt derzeit im fünfstelligen Bereich und bringt uns keinen Gewinn. Wir sehen eher die Nutzung danach als Geschäftsmodell.“

Auch um die Einführung oder Übertragbarkeit auf andere Stationen/Bereiche machten sich Brunner und Gross keine Sorgen, bisher sei es Planfox noch überall gelungen, das Vertrauen der Mitarbeiter*innen zu erlangen. Und Prof. Blobner ergänzte ganz pragmatisch: „Letzten Endes sind wir alternativlos, keiner hat mehr Zeit für die alte händische Methode.“

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