Digitale Gesundheit/Medizin

Das Thema Digitalisierung in Gesundheit und Pflege ist mit großen Potenzialen für den Bürger, die Wirtschaft und die Wissenschaft verknüpft.
Die Bürger möchten vom Fortschritt der Medizin profitieren und haben andererseits Sorge, dass auf Grund der steigenden Gesundheitskosten der Zugang zu höchst effizienten medizinischen Leistungen erschwert wird. Betroffene nehmen Zeitdruck im Behandlungsprozess wahr und wünschen sich, dass ihre anerkannten Bedürfnisse stärker berücksichtigt werden und ausreichend Zeit für Beratung und mögliche Behandlungsoptionen vorhanden ist.

Gesellschaftlich steigt das Interesse nach Lösungen, die älteren Menschen zu unterstützen, möglichst lange selbstständig zu Hause zu leben bzw. an der Versorgung beteiligte Angehörige zu unterstützen.

Wirtschaftlich besteht eine große Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen, die die Gesundheitsversorgung effektiver und effizienter machen und damit zur nachhaltigen Finanzierbarkeit der Gesundheitssysteme beitragen. Diese weltweite Nachfrage ist auch mit großen Chancen für Spin-offs/Start-ups verbunden, die mit disruptiven Innovationen und Geschäftsmodellen großes Wachstumspotenzial haben.

Die Themenplattform Digitale Gesundheit/Medizin

Zielsetzung der Themenplattform

Es ist das Bestreben der Themenplattform (TP) Digitale Gesundheit/Medizin des ZD.B, Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zu stimulieren, deren Ergebnisse zu einer messbaren Steigerung der Effektivität und Effizienz der Gesundheitsversorgung beitragen. Die intelligente Verknüpfung aller vorliegenden Daten zur Gesundheitsförderung und Prävention, zu Krankheitsverläufen und wissensbasierten Entscheidungsprozessen in Diagnostik, Therapie und Nachsorge sowie zur häuslichen Pflege ist dabei essenziell für Prozess- und Outcome-Optimierung.

Insgesamt existiert eine Vielzahl von Hebeln, die eine Steigerung der Effektivität und Effizienz in der Gesundheitsversorgung positiv beeinflussen können. Precision Medicine, Big-Data-Ansätze, die Interoperabilität von Systemen und Patient Empowerment sind nur einige Beispiele dieser Hebel, aus denen sich wiederum konkrete Maßnahmen ableiten lassen.

Die TP Digitale Gesundheit/Medizin will in einem transdisziplinären Ansatz Innovationen für die gesamte ambulante und stationäre Gesundheitsversorgungskette – also von der Gesundheitsförderung/Prävention über die Diagnostik und Therapie bis zu Reha und Pflege – stimulieren und fördern. Der kooperative Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesundheitseinrichtungen wie auch ein sektorenübergreifender Ansatz schaffen eine zentrale Voraussetzung dafür, dass zum einen exzellente Forschungsergebnisse entstehen und in die Praxis eingeführt werden können und diese zum anderen einen spürbaren und messbaren Nutzen bei den Bürgern und Patienten erzielen.

Organisationsstruktur der Themenplattform

Die TP agiert als Vehikel der Vernetzung und des Austauschs zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesundheitsversorgung, um in einem Prozess der Translation Innovationen zu stimulieren und in die Praxis des Gesundheitswesens zu überführen, so dass ein direkter Nutzen für den Bürger entsteht.

Die TP wird von einem wirtschaftlichen Sprecher, Prof. Dr.-Ing. Erich R. Reinhardt (Medical Valley EMN e. V.), und einem wissenschaftlichen Sprecher, Prof. Dr. Christoph Reiners (Universitätsklinikum Würzburg), vertreten. Um Synergien mit bestehenden Aktivitäten im Bereich der Digitalen Gesundheit/Medizin zu nutzen, ist das Medical Valley EMN auch in den operativen Betrieb der TP eingebunden. So wird die TP von Seiten des ZD.B vom Koordinator Dr. Steffen Schmidt geführt, der parallel auch den Bereich Digitale Gesundheit/Medizin im Medical Valley EMN verantwortet.

Maßnahmen der Themenplattform

Im Rahmen von zwei Regionalkonferenzen im Juli 2016 wurden gemeinsam mit interessierten Gruppen der bayerischen Wissenschaft und Wirtschaft und des Gesundheits-/Medizinbereichs aktuelle und künftige Aktivitäten im Themenfeld Digitale Gesundheit/Medizin in Bayern identifiziert und konkrete Ideen für die Gestaltung der Plattform gesammelt. Aufgerufen, ihre Idee einzubringen waren insbesondere die Verbünde Wissenschaft, Wirtschaft und Gesundheitswesen, die über das Potenzial verfügen, exzellente Innovationen hervorzubringen und das Ergebnis auch in praktisch umsetzbare und wirtschaftlich tragfähige Anwendungen zu überführen. Auf die Integration von Krankenhäusern, Ärzten, Apotheken, Reha-Einrichtungen und Pflegediensten wurde explizit hingewiesen.

Die beiden Konferenzen haben gezeigt, dass in Bayern ein großes Potenzial und alle erforderlichen Kompetenzen vorhanden sind, um die Zielsetzung der TP zu realisieren – Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zu stimulieren und in eine Verwertung zu überführen, deren Ergebnisse zu einer messbaren Steigerung der Effektivität und Effizienz der Gesundheitsversorgung beitragen. Bei beiden Konferenzen wurden von über 200 Akteuren ca. 60 innovative Ideen zu allen Bereichen der Gesundheitsversorgung – von der Prävention bis zu Reha und Pflege – vorgestellt, konstruktive Diskussionen geführt und eine intensive Vernetzung der Teilnehmer stimuliert.

Themenfelder der Plattform

Auf Basis der bei den Regionalkonferenzen vorgestellten Ideen wurden zur weiteren Vernetzung und künftigen inhaltlichen Vertiefung themenspezifische „Communities of Practice (CoP)“ etabliert. CoP’s sind sich selbstorganisierende Gruppen von Personen, die sich regelmäßig austauschen und interdisziplinär voneinander lernen. In CoP’s werden Kompetenzen gebündelt und unterschiedliche Disziplinen miteinander verbunden, so dass neues Wissen und innovative Projekte entstehen.

Die TP Digitale Gesundheit/Medizin fungiert im Kontext der CoP’s als organisatorischer Träger und gemeinsamer Nenner der einzelnen CoP’s, der die Inhalte und Aktivitäten der unterschiedlichen CoP’s koordiniert und miteinander verbindet, in der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt und den Dialog zu den Akteuren der Gesundheitspolitik und -versorgung fördert. Konkret sollen in den CoP’s innovative Maßnahmen und Projekte stimuliert werden, die einen unmittelbaren Beitrag zur Zielsetzung der TP liefern und eine direkte Wirkung beim Bürger erzielen.

Aktuell agieren auf der TP vertikale und horizontale CoP’s. Während die vertikalen CoP’s Themen adressieren, die entlang der Versorgungkette einen direkten Einfluss auf Bürger, Patienten und die Stakeholder der Gesundheitsversorgung und -wirtschaft ausüben, adressieren die Themenfelder der horizontalen CoP’s Querschnittsthemen, die als (technische) Enabler wirken und in allen Bereichen der Versorgungskette zum Einsatz kommen können.

 

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Die TP Digitale Gesundheit/Medizin für Ihr Unternehmen

Die Communities of Practice sind ein offenes Format, das partizipativ und bedarfsorientiert ausgestaltet wird. Eine Vernetzung zwischen den vertikalen und horizontalen CoP’s wird zwingend notwendig sein, um die Zielsetzung der Plattform von mehr Effektivität und Effizienz entlang des Versorgungsprozesses zu realisieren. Die TP wird hierzu künftig jährlich ein bis zwei Konferenzen organisieren, um den Austausch über die CoP’s hinweg zu unterstützen.

Die TP lädt alle interessierten Gruppen und Akteure dazu ein, sich aktiv in die CoP’s einzubringen und an der Initiierung und Durchführung innovativer Maßnahmen und Projekte mitzuwirken, die einen unmittelbaren Beitrag zur Zielsetzung der TP liefern und eine direkte Wirkung beim Bürger erzielen.

Von der Projektanbahnung bis hin zur Projektdurchführung unterstützt Sie die TP gerne bei der Vermittlung von Experten, Öffentlichkeitsarbeit, Beantragung von Förderungen etc.
Kommen Sie auf uns zu und bringen Sie sich aktiv ein!

Dr. Steffen Schmidt, Koordinator Themenplattform Digitale Gesundheit / Medizin

 

Thomas Kofler

Dr. Thomas Kofler, Koordinator Themenplattform Digitale Gesundheit / Medizin
Thomas.Kofler@zd-b.de
+49 (0)89 – 24 88 07 -111

Veranstaltungen der TP Digitale Gesundheit/Medizin

  • Regionalkonferenz Augsburg, 01. Juli 2016
  • Regionalkonferenz Würzburg, 07. Juli 2016
  • Community of Practice Diagnostik, Therapie und Telemedizin, Erlangen, 13.10.2016
  • Community of Practice Big Data, Datenbanken, Wissenserzeugung, Cloud,  Auswertungs-Algorithmen, Martinsried, 17.10.2016
  • Community of Practice Pflege und Betreuung, Ingolstadt, 18.10.2016
  • Community of Practice Internet of Things & Werkstoffe, Garching, 19.10.2016
  • Community of Practice Games & Healthcare, Garching, 26.10.2016
  • Community of Practice Prävention und soziale Innovation, Bad Kissingen, 07.11.2016
  • Community of Practice IT Infrastruktur, Interoperabilität, Security, Datenschutz, Testbett, 08.11.2016
  • Community of Practice Cross Industry, Erlangen, 10.11.2016
  • Community of Practice IoT und Werkstoffe, 12.12.2016 von 10:00 bis 12:00 Uhr am Zentrum Digitalisierung.Bayern in Garching.
  • Community of Practice Diagnostik, Therapie und Telemedizin, am 13.12.2016 von 9:30 Uhr bis 11:30 Uhr im Medical Valley Center in Erlangen.
  • Community of Practice Big Data, 13.12.2016 von 15:00 bis 17:00 Uhr bei BioM in Martinsried.
  • Community of Practice Plege und Betreuung, 14.12.2016 von 10:00 bis 12:00 Uhr im Medical Valley Center in Forchheim.
  • Community of Practice Prävention und soziale Innovation, 21.12.2016 von 10:00 bis 12:00 Uhr im Medical Valley Center in Erlangen.

Bitte melden Sie sich per E-Mail bei Hrn. Dr. Steffen Schmidt zu den Veranstaltungen an.