Digitale Produktion

Die Digitalisierung ist als Herausforderung und Chance in der Konsumgüterwelt angekommen und allgegenwärtig. Sie ermöglicht uns neue physische Vernetzungen und Vorgehensweisen. Die Integration der realen (analogen) Welt mit der digitalen Welt (Internet der Dinge und Dienste) wird auch die Industrie und die Produktion erfassen und wird deshalb auch als Industrie 4.0 oder die 4. Industrielle Revolution bezeichnet. Zu der Vernetzung von derzeit 4-5 Mrd. Menschen kommen innerhalb der nächsten 10 Jahre vorhergesagte 30 bis zu 1000 Mrd. Dinge dazu. In der Automobilindustrie, aber auch in Teilen der Elektronikindustrie hat die Vernetzung schon begonnen und schließt vor- und nachgelagerte Prozesse mit ein. Die Aktivierung aller Beteiligten von den Materialherstellern bis zu den Entsorgungsunternehmen auf allen Wertschöpfungsstufen führt zu nie gekannter Systemoptimierung und Flexibilisierung. In den Clouds werden die Prozesse zusammengeführt.

Ebenso groß ist die Herausforderung, neben den Herstellungsprozessen auch den gesamten Innovationszyklus und die assoziierten Dienstleistungen zu vernetzen. Gerade dort sind ganz neue Geschäftsmodelle denkbar, wie wir sie mit der Verwertung der vielen Daten heute schon im Consumer-Bereich vorfinden. Smarte Daten werden zu Mehrwissen und Mehrwerten.

Was kann die Digitale Produktion in Ihrem Unternehmen bewirken? 

… Konstruktionsänderungen am mechanischen Layout Ihres Produktes erscheinen verzö-
gerungsfrei in der Simulation der akustischen, elektrischen oder strömungstechnischen
Eigenschaften bei Ihnen im Betrieb und bei Ihrem Kooperationspartner.

… Bauteileänderungen ändern verzögerungsfrei die Lieferprognosen und Kosten Ihres
Lieferanten weil Sie mit ihm vernetzt sind. Ihre Lieferfähigkeit wird in Echtzeit mit den
Streikwarnungen der Transportgewerkschaft im Zielland terminlich und zeitlich optimiert.

….. Die Maschine plant sowohl den nächsten geplanten Unterhaltsschritt anhand der geplan-
ten Volumina des nächsten Auftrags wie auch der technischen Anforderungen selbständig
und rüstet selbständig um.

… Sie können flexibel die Spezifikationen #12-#15 und #23 außer Acht lassen und dafür die
für Ihren Kunden wichtige Spezifikation über die Längentoleranz optimieren und dazu noch
preiswerter fertigen und kurzfristiger liefern. Schafft das nicht Kundenbindung?

… Durch die Kenntnisse über Ihr Produkt und den mathematisch abbildbaren Abhängigkeiten
von gemessenen Umweltbedingungen und Alterungsvorhersagen des verwendeten Mate-
rials wird die Prognose über die Funktionsfähigkeit Ihres Produktes als Mehrwert mitver-
kauft. Ist das einen Aufpreis wert? Und das Folgeangebot aus Ihrer Verkaufsabteilung
kommt gerade rechtzeitig. Der ROI für die Ihre Klimatisierung ist auch schon geliefert.

Themenplattform Digitale Produktion

Die Themenplattform (TP) Digitale Produktion  versteht sich als Austausch- und Aktivitätenforum.  Sie will Akteure aus Industrie, Wissenschaft und Gesellschaft vernetzen und die vielfältigen Kompetenzen auf dem Gebiet der digitalen Produktion im Freistaat bündeln. Sie wird von einem wirtschaftlichen Sprecher, Dr. Christian Schlögel (Kuka AG), und einem akademischen Sprecher, Prof. Dr.-Ing. Gunther Reinhart (Technische Universität München / Fraunhofer IGCV, Augsburg) geführt. Von Seiten des Zentrums Digitalisierung.Bayern wird die Plattform von Dr. Klaus Funk koordiniert.

Ziele der Themenplattform Digitale Produktion

Die Themenplattform Digitale Produktion gliedert sich in 4 existierende Anwendungssegmente. Diese sind (1) die Welten der Informatik, IuK, (2) der cyberphysischen Systeme und Embedded Systems, (3) des Maschinen- und Anlagenbaus und (4) der Produktionsprozesse und seiner Steuerung. Alle Segmente werden integrierend von mehreren übergreifenden Fokusthemenfeldern durchzogen. (a) Datensicherheit und Zuverlässigkeit, (b) die Frage der Interoperabilität, (c) die Datenanalyse und (d) das durchgängige Engineering sowie (e) die methodische Entwicklung der digitalen Geschäftsmodelle dominieren die technischen und prozessualen Herausforderungen. Herausforderungen bestehen weiter in den Bereichen (f) Arbeit und Soziales, speziell der Akzeptanz sowie der Bildung und (g) der juristischen Sicherheit aller Parteien.

Abb. 1: Anwendungssegmente und Fokusthemenfelder

Maßnahmen und Leistungsversprechen

1.    Stärkung der Innovationsfähigkeit bayerischen Produktionsunternehmen durch Vernetzung

  • Intensivierung der Zusammenarbeit von kleinen Betrieben, KMUs, den Hidden Champions und den Konzernen durch Netzwerkveranstaltungen zu ausgesuchten Themen.
  • Flächendeckende Integration der übergreifenden Transferaktivitäten zusammen mit den Kammern, Verbänden und Clustern. Einbindung und Bewerbung der Maßnahmen von kooperierenden Netzwerken.
  • Initiierung neuer Workshops und Arbeitsgruppen bei Bedarf
  • Technology Push und Market Pull an einen Tisch bringen, Einbringen aktueller Themen in die Forschungsagenden
  • Quervernetzung der Industrie 4.0 Maßnahmen mit denen der anderen Themenplattformen des ZD.B und Initiativen des Freistaats, z.B. dem Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0.

evolutionaerer_pfad

disruptiver_pfad

Abb. 2  Die zwei Pfade zur Digitalisierung in der Produktion führen über Kooperation und Kollaboration

2.    Vernetzung von innerbetrieblicher F&E mit der Forschung an Universitäten und Forschungseinrichtungen.

  • Projektakquise auf Bundes und EU-Ebene
  • Hilfestellung bei bayerischen Programmen (IuK-Projekte, Digitalisierungsbonus)
  • Initiierung von Projekten in strategischen Handlungsfeldern
  • Matchmaking von Anwendern mit Anbietern und von beiden mit den F&E-Einrichtungen

3. Agenda Settings für das produzierende Gewerbe, der Forschung und der Gesellschaft

  • Benchmarking national und international, Bewertung von technologischen Trends und solchen am Markt
  • White Papers, Positionspapiere und Handlungsempfehlungen

Bitte kommen Sie auf mich zu!

Klaus Funk

Dr. Klaus Funk, Koordinator Themenplattform Digitale Produktion
Klaus.Funk@zd-b.de
+49 (0)89 – 24 88 07 -126

Veranstaltungen

30.06.2016 – Technologiezentrum Augsburg: Gesprächsoffensive

15.11.2016 – Daten- und Prozessintegration


Hands-on Workshop-Reihe 2017 zusammen mit Professionals der Industrie:

– Analytics in der Produktion, Datenintegration (zusammen mit Accenture Deutschland; 2. Maiwoche, Unterschleißheim)
– Ganzheitliches Engineering, Durchgängiges Engineering (zusammen mit camLine, April 2017)
– Datensicherheit (t.b.d.)

Laufende Arbeitskreise 2017:
– AK 01:  Die Welt der Informatik, Cloud-Computing (über alle Fokusthemenfelder hinweg)
– AK 02:  Embedded Systems und cyberphysische (Produktions-) Systeme (über alle Fokusthemenfelder hinweg)
– AK 03:  Maschinen- und Anlagenbau, M2M- Interface (über alle Fokusthemenfelder hinweg)
– AK 04:  Produktionsprozesse, Logistik, MES- und MRP-Systeme (über alle
Fokusthemenfelder hinweg)
– AK 05:  Datensicherheit und Zuverlässigkeit (über alle Anwendungssegmente hinweg)
– AK 06:  Interoperabilität und Standards
– AK 07:  Smart Data, Big Data, Data-Analytics, Predictive Analytics und Predictive Maintenance
– AK 08:  Durchgängiges Engineering, Methodik kooperativer Innovationsprozesse
– AK 09:  Ressourceneffizienz in der Produktion
– AK 10:  Methodik in der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle

Die Arbeitskreise sind derzeit in der Phase der konstituierenden Sitzungen, in denen auch die Ausrichtung und die Ziele festgelegt werden. Eine aktualisierte Liste der AK-Termine finden Sie hier.