Wie könnten die Chancen der vernetzten Mobilität am besten genutzt werden, um den Verkehr von morgen dynamischer, nachhaltiger und kundenfreundlicher zu gestalten? Um Antworten auf diese Frage drehte sich das Pitching-Event der Mobility Innovation Competition @ Campus am 06. Mai im Nürnberger Zollhof. In diesem Rahmen präsentierten 13 Studierenden-Teams bayerischer Universitäten einer Jury ihre spannenden Ideen zum Verkehr der Zukunft.

Ganz bewusst hatte Dr. Mara Cole, Koordinatorin der Themenplattform Vernetzte Mobilität am Zentrum Digitalisierung.Bayern, die Ausschreibung zum Wettbewerb eher allgemein gehalten. Einzige inhaltliche Voraussetzung: Die auf dem Pitch vorgestellte Idee muss irgendwie thematisch zum Bereich „Vernetzte digitale und automatisierte Mobilität“ passen. Dadurch spiegelten die 13 Präsentationen die hohe Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten neuer Technologien in diesem Anwendungsfeld wider:

So hatten sich mehrere Teams mit der Frage beschäftigt, wie man Autos besser auslasten könnte, die sich aber in der Herangehensweise teils sehr stark sehr unterschieden. Eine Gruppe hatte sich darüber Gedanken gemacht, wie man älteren Menschen auf Knopfdruck einen einfachen Zugang zu digitalen Mobilitätsangeboten ermöglichen kann, eine andere will mit einem dezentralen auf Machine Learning basierenden Kamerasystem öffentliche Verkehrsmittel sicherer machen.

Andere vorgestellte Konzepte reichten zudem von einer intelligenten Ampelsteuerung, über eine gezielte Incentivierung des Rad Fahrens und einer optimierten Organisation von Paket-Retouren bis hin zu einem Schienensystem zum automatisierten, induktiven Laden von Elektroautos, sodass im Laufe des Tages viele verschiedene Aspekte von Mobilität abgedeckt wurden.

Strikter Takt für einen fairen Wettbewerb

Die 13 Pitches verteilten sich dabei über zwei verschiedene Sessions mit streng formellen Vorgaben, um allen die gleichen Chancen zu bieten. Keine Präsentation durfte das Zeitlimit von fünf Minuten überschreiten, danach waren noch wenige Minuten zur Beantwortung von Fragen vorgesehen – eine Möglichkeit von der sowohl die Jury als auch das interessierte Publikum, in dem weitere Experten und Fachleute verschiedener Institutionen vertreten waren, rege Gebrauch machte.

Während sich die Jury im Anschluss zur Beratung zurückzog, vermittelte der Mitgründer von James Mobility, Kwthaman Mahadevan, einen anschaulichen Eindruck davon, was es heißt zu gründen. Sein Start-up möchte mit einem eigens entwickelten Navigations- und Gepäckroboter Passagieren die langen Wege in Terminals großer Flughäfen erleichtern. Die Teilnehmer*innen und Gäste der Pitches stellten viele ganz praktische Fragen rund ums Thema Gründung, wobei Mahadevan sehr offen über die eigenen Erfahrungen berichtete.

Anschließend stellte der Zollhof-CEO Benjamin Bauer noch den Veranstaltungsort sowie die verschiedenen Förderprogramme des Digitalen Gründerzentrums vor und ermunterte somit die Studierenden, ihre Ideen weiter zu verfolgen.

Drei Monate bis zur „Reifeprüfung“ der Projekte

Danach wurde es noch einmal richtig spannend: Die Jury hatte eine Entscheidung getroffen. Zehn Teams qualifizierten sich für die Projektphase des MICC. Diese dürfen nun die Zeit bis Ende Juli nutzen um ihre Projekte weiter auszuarbeiten. Als finanzielle Unterstützung erhalten die Teams eine Sachkostenpauschale von 500 € vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi), das den MICC gemeinsam mit der ZD.B-Themenplattform Vernetzte Mobilität organisiert.

Am 27. Juli findet dann in München die Abschlussveranstaltung statt, bei der die Jury die Gewinner verkündet. Das beste Projekt erhält dann ein Preisgeld von 15.000. Auch Platz zwei bis fünf ist mit einem Preisgeld dotiert. Fragen zur Mobility Innovation Competition @ Campus beantwortet gerne Dr. Mara Cole, weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie auf www.micc.bayern.

Fotos: Claudia Holzinger