Treffen der CoPs Prävention und soziale Innovation und Games & Healthcare

Bayreuth, 10. Dezember 2018

Am 10.12.2018 haben sich die Communities of Practice Prävention und soziale Innovation und Games & Healthcare an der Universität Bayreuth getroffen. Zu Beginn des Treffens wurden von Frau Bohrer-Steck aktuelle Themen der Themenplattform, deren Roadmap und die Fördermöglichkeiten über die Förderinitiative „Masterplan Bayern Digital II – Zukunftsinitiative Digitale Medizin“ vorgestellt. Die abgelaufene Ausschreibung aus dem Sommer 2018 dieser Förderinitiative ist unter nachfolgendem Link zu finden: https://zentrum-digitalisierung.bayern/themenplattform-digitale-gesundheit-medizin/foerderinitiative-masterplan-bayern-digital-ii

Herr Feldmann, Sprecher der CoP Games & Healthcare, hat in einem Rückblick die Motivation hinter der Community beleuchtet und aus welchem Grund das aktuelle Treffen gemeinsam mit der CoP Prävention und soziale Innovation durchgeführt wird. Generell ist laut Feldmann eine gute Zeit für Spiele im Gesundheitsbereich, da die digitale Durchdringung in unserem Alltag heute sehr gut ist und auch im Gesundheitswesen selber verstärkt auf digitale Lösungen gesetzt wird. Das gemeinsame Treffen mit der CoP Prävention und soziale Innovation hat den Hintergrund, dass sich die CoP Games & Healthcare als Enabler versteht, der andere Bereiche mit seinem Know-how dabei unterstützen kann spielerische Ansätze in die Gesundheitsversorgung zu bringen. Wichtig für Spiele im Gesundheitswesen ist, dass deren Wirkung wissenschaftlich validiert ist, damit sich auch der volle Mehrwert für den Nutzer ergibt. Ziel beider CoPs ist es, dass konkrete Projekte/Vorhaben entstehen. Abschließend gab Herr Feldmann noch einen kurzen Ausblick auf das eigene Förderprojekt, mit dem durch die Spieler neue Arzneimittelwirkstoffe gefunden werden sollen. Das Projekt startet 2019.

Der Meta-Kriterienkatalog, beauftragt vom Bundesministerium für Gesundheit und entwickelt vom Fraunhofer FOKUS, wurde Anfang November veröffentlicht und durch Frau Bohrer-Steck vorgestellt. Die in diesem Katalog definierten Kriterien sollen Patientenverbände, Einrichtungen des Verbraucherschutzes, medizinische Fachgesellschaften, einzelne Kostenträger, Organe der Selbstverwaltung und andere Akteure bzw. Verbände im Gesundheitswesen bei der systematischen Bewertung und Empfehlung von Gesundheits-Apps unterstützen. Die Kriterien können für Entwickler von Gesundheits-Apps wertvolle Hinweise liefern, welche relevanten Kriterien beim Design von Anwendungen zu beachten sind. https://ehealth-services.fokus.fraunhofer.de/BMG-APPS/

Das Game Innovation Lab der Universität Bayreuth, vorgestellt durch Herrn Prof. Guthe, Herrn Hädicke und Herrn Reischl, hat zur Aufgabe, Ressourcen der Medienwissenschaften und der Informatik an der Universität Bayreuth für die Spieleentwicklung zur vernetzen und zu verzahnen. Mittels der Ringvorlesung „Games Industry“ in der Referenten aus der Wirtschaft vortragen, bestehen auch sehr gute Kontakte in die Spieleindustrie. Im Rahmen des GIL und entsprechender Arbeiten der Studierenden sind bereits interessante Spiele entstanden. Zukünftig will sich das GIL auch verstärkt im medizinischen Bereich einbringen und ist hier offen für neue Partnerschaften.

Herr Dr. Bachynskyi hat anschließend der Lehrstuhl für Serious Games von Prof. Dr. Jörg Müller vorgestellt. Die Interaktion zwischen Mensch und Computern steht im Fokus des Lehrstuhls. Genauer untersucht man hier mittels Modellierung, Simulation und Optimierung die Mensch-Computer-Interaktion. In einer Untersuchung wurde z.B. die Fehlstellung/-haltung des menschlichen Körpers bei der Nutzung von Smartphone, Tablet, Computer und Co. durch den Einsatz von Motion Capturing betrachtet. In einem weiteren Forschungsprojekt entwickelt der Lehrstuhl eine in der Luft stehende physikalische Schnittstelle bei der durch in der Luft freischwebenden kleinen Partikeln mit komplexen Objekten interagiert werden kann.

Frau Bohrer-Steck hat in Vertretung von Frau Eva-Maria Müller, die leider ihre Teilnahme am Treffen kurzfristig absagen musste, die Projektidee „DigiCoach – aktiv in zwei Welten“ vorgestellt. Hintergrund der Idee ist, dass die Wahrscheinlichkeit, dass übergewichtige Kinder auch im Erwachsenenalter übergewichtig oder adipös sind, relativ hoch ist. Nebenerkrankungen wie Herz-Kreislaufprobleme und psychosoziale Auswirkungen verschärfen diese Situation. Es gibt zwar bereits Programme und Apps für übergewichtige Kinder, aber eine höhere Reichweite und niedrigschwellige Angebote bereits bei leichtem bis mittlerem Übergewicht wären wünschenswert. Mit DigiCoach sollen Kinder zu mehr Bewegung animiert werden. Die Idee „DigiCoach“ soll in einem weiteren Treffen weiter diskutiert und entwickelt werden.

Die CoP Games & Healthcare in Form von Herrn Feldmann bietet sich grundsätzlich an, bei entsprechenden Bedarfen, Kontakte in die Spieleentwicklungsindustrie herzustellen und zu beraten. Grundsätzlich können auch weitere Ideen und Themen eingebracht werden, die im Rahmen eines weiteren CoP-Treffen vorgestellt bzw. diskutiert werden können.

Wir wollen uns herzlich bei allen Teilnehmer und den Sprechern für ihre Mitarbeit und den regen Diskurs bedanken und freuen uns darauf die Diskussionen in Zukunft weiter zu vertiefen.

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