KI und Security

Garching bei München, 22. Juli 2019. ‚Sicherheit mit KI‘ oder ‚mit Sicherheit KI‘: Mit diesen beiden Aussagen umriss Prof. Claudia Eckert (Sprecherin der Themenplattform Cybersecurity) zu Beginn der Netzwerkkonferenz die zentralen Fragestellungen der Veranstaltung. Wie können KI-Systeme für IT-Sicherheit genutzt werden und wie können KI-Systeme sicherer gemacht werden? Neben drei Impulsvorträgen zu dieser Thematik konnten die Teilnehmer der Konferenz während eines „World Cafés“ Impulse und Wünsche für die Arbeit der Themenplattform Cybersecurity äußern.

Impulsvorträge zu KI und Security

Konstantin Böttinger vom Fraunhofer AISEC veranschaulichte im ersten Vortrag des Nachmittags, wie KI in der Security-Forschung genutzt werden kann. Er stellte seinen Ansatz zu „Cognitive Security“ vor, die vereinfacht ausgedrückt an der Schnittstelle zwischen KI und Security verortet ist. Es kommen modernste Algorithmen für das maschinelle Lernen und neuronale Netze zum Einsatz, mit deren Hilfe Cyber-Sicherheitssysteme weiterentwickelt werden, die sich dynamisch an ihre Umgebungsbedingungen anpassen können.

Im zweiten Impulsvortrag stellte Dr. André Schweizer vor, wie sich sein Startup qbound neue Technologien wie KI und Blockchain zu Nutze macht, um den sicheren Zugriff auf kritische Systeme und IoT Devices zu gewährleisten. Die Rolle der KI ist es dabei, ein userspezifisches und sich anpassendes Access Management zu ermöglichen.

Eine kritischere Sicht auf den „KI-Hype“ vertrat Steffen Ullrich von der genua GmbH. Mit dem Hinweis, dass es sich um seine persönliche und bewusst zugespitzt formulierte Meinung handele, stellte er zur Diskussion, dass KI einen Lösungsversuch für ein selbstverursachtes Problem darstelle: den Anstieg von Komplexität und Kritikalität. Einen möglichen Lösungsansatz lieferte er gleich mit: Es sei eine Reduktion der Komplexität nötig, wobei man nicht auf KI als „Heilbringer“ hoffen solle. Vielmehr müsse mit Ansätzen wie Security by Design und robusten Schnittstellen und Interaktionen gegengesteuert werden.

World Café und Netzwerken

Im interaktiven Teil der Konferenz hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, mit den beiden Koordinatorinnen der Plattform – Dr. Kathrin Jaenicke und Bianca Sum – über thematische und inhaltliche Wünsche für das Jahr 2020 zu diskutieren. Als Schwerpunkte sind aktuell sowohl die Themen KI und Smart City geplant, als auch ein Ausbau des Bereichs „Technologietransfer“.