Hof, 21. November 2019.  Mit dem Thema „Werte & Kompetenzen” ging die Veranstaltungsreihe „Wie gelingt Digitalisierung? Den digitalen Wandel in Organisationen erfolgreich gestalten” des Zentrum Digitalisierung.Bayern am 21. November 2019 in die dritte und für dieses Jahr letzte Runde. Pünktlich zur Eröffnung des Gründerzentrums Einstein1 in Hof war das ZD.B mit einer Referentin und zwei Referenten der erste Gast.

Dabei standen folgende Fragen im Vordergrund: Wie können mittelständische Unternehmen ihre Beschäftigten sinnvoll für die digitale Transformation qualifizieren und neue Fachkräfte gewinnen? Wie können Unternehmen durch nachhaltige Werte, zum Beispiel was den Umgang mit Daten betrifft, Kunden gewinnen und so ihren Erfolg sichern? Dies gelingt nur, wenn Firmen beide Fragen als zwei Seiten einer Medaille verstehen: Sie müssen eine Strategie entwickeln, die mit ihren Unternehmenswerten übereinstimmt, um sowohl Mitarbeiter als auch Kunden zu begeistern. Denn Technologie braucht geschulte Anwender – und Akzeptanz durch die Beschäftigten und Kunden.

Wie schon bei den beiden ersten Veranstaltungen der Reihe ging es auch bei dem dritten Teil der Reihe darum, wissenschaftliche Erkenntnisse, unternehmerische Praxis und Impulse für das digitale Mindset zu präsentieren und den Austausch und die Vernetzung der Akteure zu fördern.

Geschäftsführer Herrmann Hohenberger führte zu Beginn durch das frisch eröffnete Gründerzentrum Einstein1, das bereits jetzt von diversen Start ups der Region als Hub für digitale Innovationen genutzt wird.

Im Anschluss präsentierten Dominik Golle und Dr. Imme Witzel, beide Koordinatoren am Zentrum Digitalisierung.Bayern, ihre jeweiligen Themenplattformen „Verbraucherbelange“ und „Arbeitswelt 4.0“ und erläuterten, inwiefern die Themen Werte und Kompetenzen als zwei Seiten einer Medaille bei der digitalen Transformation eng miteinander verbunden sind.

Katharina Winkler, Referentin Volkswirtschaft, Bildung und Arbeit, bei acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften e.V., stellte im Anschluss die Referentin sowie die beiden Referenten vor und moderierte die Paneldiskussion.

Impuls 1: Kompetenzen für die Digitale Arbeitswelt

Im ersten Impulsvortrag ging Prof. Dr. Ellen Schmid, Professorin für Responsible Leadership an der Munich Business School, auf die Merkmale der digitalen Arbeitswelt ein, die sich durch das Zusammenspiel verschiedener Elemente – unter anderem soziale Netzwerke, Algorithmen und riesige Datenmengen – auszeichnet. Die promovierte Psychologin stellte die Ergebnisse ihrer Forschung zum Thema verantwortungsvolle Führung in der digitalen Welt an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis vor.
Sie betonte, dass die rasante Veränderungsgeschwindigkeit durch digitale Technologien oft zu großer Verunsicherung führt. Dabei beschäftigt viele Unternehmen die Frage, welche Fähigkeiten und Kompetenzen erforderlich sind, um die Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt zu meistern. Im Zeitalter der Digitalisierung ist die ein entscheidender Faktor, dem Organisationen besondere Aufmerksamkeit widmen sollten

Impuls 2: Transformative Mindset – Es geht nicht darum, was du weißt, sondern wie du denkst

Im Anschluss ging Tobias Burkhardt, Gründer und Geschäftsführer, SHIFTSCHOOL for Digital Transformation GmbH, auf die Frage ein, welches Mindset – also Bündel an Einstellungen und Überzeugungen –  Unternehmen entwickeln müssen, um in Zukunft zu bestehen. Tobias Burkhardt hat Deutschlands erste Akademie für digitale Transformation gegründet und bildet digitale Change-Manager aus, um die Herausforderungen des Digitalen Wandels besser zu meistern. In seinem Vortrag flossen viele Praxisbeispiele aus den Themenbereichen Innovation, agile Organisationsentwicklung und künstliche Intelligenz ein.
Sein Fazit: Kreativität kann man nicht befehlen, Innovationen kommen nicht auf Knopfdruck. Aber wir können die Voraussetzung dafür schaffen, dass Unternehmen eine Haltung entwickeln, die uns in einer immer komplexeren und unsicheren Zukunft hilft, gute Entscheidungen zu treffen und nachhaltig innovativ sein zu können. Deswegen werden wir in Zukunft vor allem zutiefst menschliche Fähigkeiten wie Empathie oder Kreativität brauchen, um uns von den Maschinen zu differenzieren. Wer versucht nur immer effizienter und produktiver zu werden, um mit der technologischen Entwicklung Schritt halten zu wollen, wird den Wettlauf mit den Maschinen verlieren.

Impuls 3:  Zwischen Risikoabwehr und Chancennutzung – verantwortliche Digitalisierung in der Unternehmenspraxis

Als letzter der drei Referenten stellte Dr. Frank Esselmann, Partner der concern GmbH, die zentralen Ergebnisse der ersten deutschlandweiten Unternehmensstudie zum Thema Corporate Digital Responsibility (CDR) vor, die sein Beratungsunternehmen für nachhaltige Digitalisierung gemeinsam mit dem Zentrum Digitalisierung.Bayern im Frühjahr 2019 durchgeführt hat. Zahlreiche deutsche Firmen lieferten durch ihre Teilnahme einen guten Einblick in das Themenfeld, die eine erste Quantifizierung von CDR-Maßnahmen auf Unternehmensseite ermöglicht.
Die Studie wird Anfang 2020 als ZD.B Positionspapier veröffentlicht und zeigt, dass viele Unternehmen bereits CDR-Maßnahmen wie transparentere Datenschutzerklärungen oder Leitlinien für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz erarbeiten. Sie erhoffen sich davon Wettbewerbsvorteile sowohl durch erhöhte Kundenbindung als auch im Employer Branding. Erste Ergebnisse der Studie finden Sie in einem Sonderdruck des CSR Magazins unter diesem Link.
In der abschließenden Podiumsdiskussion diskutieren die Referentin und die Referenten noch einmal intensiv über die unterschiedlichen Herausforderungen beim Thema Corporate Digital Responsibility. Zahlreiche Fragen aus dem Publikum zeigten, wie intensiv sich Unternehmen und ihre Mitarbeitenden mit der Frage beschäftigen, welche Qualifikationen sinnvoll für die digitale Transformation sind oder wie neue Fachkräfte gewonnen werden können. Dies geht oft Hand in Hand mit Überlegungen, wie Organisationen durch nachhaltige Werte, zum Beispiel durch einen verantwortungsbewussten Umgang mit Daten, Kunden und potenzielle Mitarbeitende überzeugen und erfolgreich am Markt bestehen können.

Zum Ausklang der Veranstaltung konnten alle Teilnehmenden das neue Gründungszentrum noch einmal intensiv in Augenschein nehmen und im persönlichen Gespräch die Themen der Diskussion wiederaufnehmen sowie neue Kontakte knüpfen.

Weitere Informationen über die Veranstaltungsreihe finden sie hier.

Hof, 21.11.2019: Foto Andreas Eckert