Verbraucherbelange in der Digitalisierung2018-10-15T09:57:51+00:00

PROJEKT VERBRAUCHERBELANGE IN DER DIGITALISIERUNG

Die Digitalisierung geht mit zahlreichen Veränderungen für Verbraucherinnen und Verbraucher einher. Produkte und Dienstleitungen werden von globalen Unternehmensnetzwerken bereitgestellt, neue Geschäftsmodelle nutzen Datenströme und Algorithmen, die auf Informationen aus immer mehr Quellen zugreifen. Auf Basis dieser Daten werden personalisierte Produkte, Dienstleistungen, Tarife und Preise angeboten sowie zum Teil weitreichende Entscheidungen oft ohne menschliches Zutun getroffen. Die Plattformökonomie wirft mit Konsumenten, die zu Prosumenten werden, und ihrer inhärenten Monopolisierungstendenz neue wirtschaftliche und gesellschaftliche Fragen auf. Diese Zusammenhänge bleiben für Verbraucherinnen und Verbraucher oft undurchschaubar, was das Vertrauen in die Digitalisierung insgesamt schwächt.

Eine vorausschauende Verbraucherpolitik antizipiert diese neuen Fragestellungen und fließt als Querschnittsthema frühzeitig in die Gestaltung sowohl von Politiken als auch von Produkten und Dienstleistungen ein. Das bedeutet sowohl, den heterogenen Informations- und Schutzbedürfnissen von Verbrauchern Rechnung zu tragen, als auch das ökonomische Potenzial verbraucherfreundlich ausgestalteter Produkte zu nutzen.

Entsprechend ist die Zielsetzung des Projekts Verbraucherbelange in der Digitalisierung, die frühzeitige Berücksichtigung von Verbraucherbelangen fest und effektiv im Prozess der Entwicklung von Geschäftsmodellen, Produkten oder politischen Rahmenbedingungen zu verankern. Dazu treibt das Projekt Verbraucherthemen in der Digitalisierung voran und wirkt als Vermittler zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Verbraucher­organisationen.

Eine Stärkung der Verbraucher erhöht einerseits das Vertrauen in digitale Produkte und Dienstleistungen. Andererseits sorgt sie für das in einer sozialen Marktwirtschaft notwendige Gleichgewicht aus wirtschaftlichem und sozialem Fortschritt, das durch die Digitalisierung immer wieder in Frage gestellt wird. Bausteine dieses Gleichgewichts sind beispielsweise eine erhöhte Transparenz digitaler Geschäftsmodelle, auf deren Basis Verbraucherrechte effektiver durchgesetzt werden können oder die Sicherstellung echter Wahlfreiheit bei der Anbieterselektion. Eine solche Berücksichtigung von Verbraucherbelangen auf Augenhöhe mit der Wirtschaft ist damit Voraussetzung für eine erfolgreiche, nachhaltige digitale Transformation auf Basis von Menschenwürde und informationeller Selbstbestimmung.

Die oben genannten Ziele können nur durch ein Wechselspiel von Wettbewerb, Regulierung und Verbraucherbildung erreicht werden. Dies ist umso relevanter, da die Digitalisierung mit verschiedenen Zielkonflikten einhergeht, die die Vereinbarkeit von Wirtschafts- und Verbraucherinteressen erschweren. Beispielsweise stehen die Personalisierung von digitalen Produkten und Dienstleistungen in Konflikt mit dem Schutz personenbezogener Daten ebenso wie Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit digitaler Produkte oft schwer vereinbar sind. Teilweise sind Ideen für technische oder regulatorische Lösungen in bestimmten Akteursgruppen bereits vorhanden, werden aber nicht in andere Bereiche transferiert. Daher ist es die Arbeitsweise des Projekts, stets Wirtschaft, Wissenschaft, Verbraucherorganisationen und Politik gleichermaßen in der Arbeit des Projekts einzubinden. Nur so können Produkte und regulatorische Lösungen entwickelt werden, die die oben genannten, technischen wie normativen Zielkonflikte bestmöglich auflösen.

Themenwolke: Verbraucherbelange in der Digitalisierung

VERANSTALTUNGEN

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NACHBERICHTE

Digitalisierung der Gesundheit – Eine Podiumsdiskussion mit Karoline Busse, Sebastian Kuhn, Mirka Möldner und Stefan Selke

München, 5. Juli 2018. Von Pflegerobotern und künstlicher Intelligenz: Experten diskutieren in München. Die Akademie für Politische Bildung in Tutzing hat gemeinsam mit dem Zentrum Digitalisierung.Bayern zum Podiumsgespräch im Pädagogischen Institut München eingeladen. Sebastian Kuhn diskutiert mit der Informatikerin Karoline Busse, der Juristin Mirka Möldner und dem Soziologen Stefan Selke über die Digitalisierung der Gesundheit.

Von |05.07.2018|
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MASSNAHMEN

Privacy by Design-Workshops in den ZD.B-Innovationslaboren
Schülerwettbewerb Me and My Data
Netzwerkkonferenz Verbraucherbelange

ANGEBOT

Die Formate des Projekts reichen von Vorträgen und Publikationen über Großveranstaltungen bis zu interdisziplinären Workshops und Wettbewerben. Zielgruppe sind dabei stets Verbraucherorganisationen, Wirtschaft, Wissenschaft sowie Politik und Verwaltung.

Wenn Sie Interesse an einem der Formate haben, Unterstützung zu Verbraucherthemen suchen, oder sich generell mit uns zu Verbraucherbelangen in der Digitalisierung austauschen möchten, melden Sie sich gerne bei uns – oder Sie tragen sich in den Verbraucherbelange-Newsletter ein.

Das Projekt veranstaltet eine jährliche Netzwerkkonferenz, um die Akteure aus den oben genannten Gruppen zusammenzubringen. Ziel ist es, einen intersektoralen Diskurs zu Verbraucherbelangen in der Digitalisierung anzuregen und die Ausrichtung des Projekts Verbraucherbelange zu diskutieren.

Die Erkenntnisse des Projekts zum Themenkomplex Verbraucherbelange in der Digitalisierung fließen in ein Themenradar ein, welches das Projekt im Laufe des Jahres veröffentlichen wird und einen Überblick zum Thema Verbraucherbelange in der Digitalisierung geben soll.

In Privacy by Design-Workshops vermittelt das Projekt Studierenden und Wissenschaftlern sowie Unternehmen Wissen zur konkreten Umsetzung von Privacy by Design.

Das Projekt unterstützt externe Partner bei Verbraucherthemen in der Digitalisierung. Beispielsweise treten wir als Partner bei Veranstaltungen auf, vermitteln Kontakte zu Experten aus Verbraucherforschung und Wirtschaft, und denken gerne mit, wenn Sie ein Verbraucherthema voran treiben wollen, aber noch nicht wissen wie.

THEMENSCHWERPUNKTE

Das Projekt Verbraucherbelange hat sich Anfang 2018 für Privacy by Designals Schwerpunktthema entschieden.

Die EU Datenschutzgrundverordnung verpflichtet Unternehmen in Artikel 25 zu Datenschutz durch Technikgestaltung und durch datenschutzfreundliche Voreinstellungen. Diese Verpflichtung basiert auf den Grundsätzen von Privacy by Design und Privacy by Default (PbD).

Es fehlen jedoch Best Practice-Sammlungen und konkrete Anleitungen, wie sich diese Grundsätze in die Praxis übersetzen lassen. Dabei stellt PbD eine wirkungsvolle Methode dar, Datenschutzgrundsätze und -Techniken von Anfang an in die Produkt- und Geschäftsmodell-Entwicklung einfließen zu lassen.

Durch die Beschränkung der Datenerhebung auf das zur Bereitstellung eines Produkts oder Services notwendige Maß können Unternehmen die Komplexität der Datenschutzanforderungen reduzieren und Datenschutz- und Datensicherheitsrisiken minimieren. Der Einsatz von PbD kann dadurch zu einem entscheidenden Vorteil für KMUs bei der Umsetzung der EU DSGVO werden. Das Projekt bietet Workshop zur Umsetzung von PbD an und erarbeitet eine branchenspezifische Best Practice Sammlung.

Das Projekt Verbraucherbelange beschäftigt sich seit Ende 2018 mit dem Thema Corporate Digital Responsibility (CDR) und tauscht sich mit Akteuren aus, die im Bereich CDR aktiv sind oder werden wollen. Geplant sind Branchenspezifische Workshops. Durch ein vom StMUV gefördertes Projekt soll zudem die Wirksamkeit von CDR-Maßnahmen für die tatsächliche Unternehmenspraxis evaluiert werden.

Wenn Sie sich auch mit CDR oder PbD beschäftigen und sich zu diesem Thema austauschen möchten, melden Sie sich gerne bei uns!

Rückblick 2017

Organisation der Projekts

Das vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz (StMUV) finanzierte Projekt Verbraucherbelange in der Digitalisierung, gestartet im April 2017, setzt 2019 seine Arbeit als Themenplattform Verbraucherbelange fort, die zur nachhaltigen Verankerung des Themas Verbraucherbelange in der Digitalisierung 2019 am ZD.B eingerichtet ist.

Die Themenplattform wird von Dominik Golle und Dr. Christian Thiel in Abstimmung mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz (StMUV) gestaltet.

Sprechen Sie uns gerne an:

Dominik Golle

Verbraucherbelange in der Digitalisierung

Dominik.Golle[at]zd-b.de
+49 (0)89 – 24 88 071 – 15

Dr. Christian Thiel

Verbraucherbelange in der Digitalisierung

Christian.Thiel[at]zd-b.de
+49 (0)89 – 24 88 071 – 22