Der Dialog zwischen Wissenschaft und Wirtschaft stand im Vordergrund der ersten Transferkonferenz TRIOKON an der OTH Regensburg (Bildnachweis: sumafilm GmbH)

Am 27. September hat an der OTH Regensburg erstmals die Transferkonferenz TRIOKON des Verbundes der ostbayerischen Hochschulen (TRIO) stattgefunden. Etwa 150 Teilnehmer aus Wissenschaft und Wirtschaft nutzten die Möglichkeit sich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. »Innovation durch Netzwerken« war das Leitmotiv der Konferenz.

Wenn es um unsere Zukunft geht, ist die Digitalisierung mit ihren zahlreichen und ganz unterschiedlichen Facetten Megatrend Nummer eins. Es gilt die gestalterischen Kräfte der handelnden Akteure zu bündeln und gleichzeitig gesellschaftliche Akzeptanz für den Wandel und für Innovationen zu schaffen. Die TRIOKON versteht sich als wichtiger Vorstoß in genau diese Richtung. Sie ist Plattform für einen Austausch auf Augenhöhe, für einen lösungsorientierten Dialog. „In Zeiten großer Veränderung ist der Beitrag der Wissenschaft zur Entwicklung von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik besonders wichtig“, sagt Prof. Burkhard Freitag, Informatikprofessor an der Universität Passau und Wissenschaftlicher Leiter des Projekts TRIO.

Anhand von Beispielen erfolgreicher Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen wurde bei der TRIOKON aufgezeigt, wie es gemeinsam gehen kann. So berichtete etwa Mareike Onkelbach von der Chips4Light GmbH über ein Projekt zur Trinkwasseranalyse, an dem man zusammen mit der OTH Regensburg arbeite. Dr.-Ing. Rolf Pfeiffer (DEPRAG SCHULZ GmbH) und Prof. Andreas Weiß (OTH Amberg-Weiden) referierten über ihre Kooperation zur Energierückgewinnung mittels intelligenter Turbine. Den Stellenwert von Cyber Security für automatisierte Anlagen skizzierte Prof. Dr. Peter Fröhlich von der Technischen Hochschule Deggendorf, während Prof. Dr. Christian Faber von der Hochschule Landshut gemeinsam mit Dr. Alexander Wisspeintner (Micro-Epsilon Messtechnik) die glänzenden Aussichten für innovative Messverfahren an spiegelnden Objekten thematisierten. Parallel dazu informierten Prof. Dr. Günther Pernul (Universität Regensburg) und Prof. Dr. Hans Reiser (Universität Passau) über das Projekt DINGfest, in dem es vor allem um das Monitoring und die forensische Aufbereitung von IT-Sicherheitsvorfällen geht.

Aber auch zahlreiche andere Projekte der ostbayerischen Hochschulen, zu denen wie erwähnt die OTH Amberg-Weiden, die TH Deggendorf, die Hochschule Landshut, die Universität Passau sowie die OTH und die Universität Regensburg zählen, stellten unter Beweis, wie schlagkräftig die Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft sein kann. Egal ob bei IT-Sicherheit, moderner Mobilität, digitaler Fertigung oder anderen gesellschaftlich, wirtschaftlich oder politisch wichtigen Fragestellungen.

Neben den wissenschaftlichen und technologischen Anwendungen fanden auf der Transferkonferenz TRIOKON auch die Rahmenbedingungen solcher Kooperationen eine eingehende Betrachtung. Wie sieht es mit dem geistigen Eigentum bei Gemeinschaftsprojekten aus? Was ist bei Forschungsanträgen zu beachten? Und welche finanziellen Möglichkeiten zur Projektförderung können genutzt werden? Dazu Prof. Freitag: „Wir, die ostbayerischen Universitäten und Hochschulen, setzen uns dafür ein, dass Erkenntnisse unserer Forschung rasch in Wirtschaft und Gesellschaft genutzt werden können.“ Dazu wolle man die Problemstellungen der Partner noch besser und systematischer kennenlernen, um die vorhandenen wissenschaftlichen Kompetenzen zielführend einzubringen. Das gehe nur im Dialog und kontinuierlichen gegenseitigen Austausch. Mit der TRIOKON, die im September 2020 übrigens in Landshut stattfinden und sich dem Thema Nachhaltigkeit widmen wird, habe man einen wichtigen Schritt getan.

Transfer und Innovation Ostbayern (TRIO)

Transfer und Innovation Ostbayern (TRIO) ist ein Projekt der sechs ostbayerischen Hochschulen. Das Projekt wird aus dem Programm „Innovative Hochschule“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert und hat eine Laufzeit von fünf Jahren. TRIO sieht sich als Impulsgeber für Innovationen in Ostbayern. Ziel von TRIO ist es, Wissens- und Technologietransfer auszubauen und aktiv zu gestalten und den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in der Region zu verstärken. Die ostbayerischen Hochschulen planen dazu unter anderem, ihre Kompetenzen – schwerpunktmäßig im Bereich Digitalisierung – fächerübergreifend zu bündeln und transparent zu machen. Am Hochschulverbund TRIO beteiligt sind als Koordinatorin die OTH Regensburg, außerdem die OTH Amberg-Weiden, die TH Deggendorf, die Hochschule Landshut und die Universität Passau (wissenschaftliche Leitung); die Universität Regensburg ist Kooperationspartner.