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München, 08.07.2019. Die ZD.B-Themenplattformen Cybersecurity und Vernetzte Mobilität führten am 8. Juli einen Workshop zum Thema „Absicherung der In-Vehicle Kommunikation“ mit einem kleinen Kreis ausgewählter Teilnehmer durch.

Ziel des Workshops war es, einen intensiven und offenen Austausch zwischen den Bereichen Security und Automotive zu ermöglichen und das Verständnis für aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze der jeweils anderen Branchen zu verbessern. Darüber hinaus sollte der Austausch zu Herausforderungen und Lösungsansätzen technischer Konzepte gefördert werden. Kern der Veranstaltung waren vier Impulsvorträge zu den Themen Autonomes Fahren, Sensorik, Kommunikation und Automotive Security.

Die Koordinatorinnen der beiden Themenplattformen Cybersicherheit und Vernetzte Mobilität, Dr. Kathrin Jaenicke und Dr. Mara Cole, moderierten den Workshop. Zu Beginn ordneten sie den Workshop in die Aktivitäten der beiden Themenplattformen ein und gaben einen kurzen Einblick in die Arbeit des Zentrum Digitalisierung.Bayern.

Prof. Dr. Andreas Festag (ZD.B-Professur für Fahrzeugsicherheit und Car2X-Kommunikation, Technische Hochschule Ingolstadt) führte im ersten Impulsvortrag des Nachmittags in die Thematik des Workshops ein. Er stellte anhand anschaulicher Beispiele dar, wie Sensorik, Kommunikation und Security im Bereich autonomes Fahren miteinander verknüpft sind und worin aktuelle Herausforderungen bestehen.

Als zweiter Sprecher präsentierte Georg Pelzer von der Valeo Schalter und Sensoren GmbH den Teilnehmern verschiedenste Sensoren, vom Ultraschall über Radar bis hin zum Laserscanner. Pelzer beschrieb zudem das Zusammenspiel von Automobilzulieferern und OEMs im Bereich Sensorik.

Im Anschluss ging Dr. Werner Mohr (Nokia) auf die Anforderungen ein, die autonomes Fahren an die Kommunikationsnetze stellt. Hier unterschied er zwischen Safety-relevanten Aspekten, z.B. kurze Latenzzeiten, und Security-relevanten Aspekten, z.B. Absicherung von Protokollen.

Hendrik Schweppe, Ph.D., von der BMW Group fasste die verschiedenen Impulse seiner Vorredner im vierten Vortrag schließlich zusammen: In-Vehicle-Kommunikation spielt in der Absicherung eines autonomen Autos eine wesentliche Rolle. Dabei ist es wichtig, sowohl die Bord-Netze als auch Schnittstellen in der End-to-End Absicherung z.B. für Apps zu betrachten. Mit vielschichtigen Mechanismen wird die sichere Kommunikation im und um das Auto gewährleistet. So werden z.B. sehr detaillierte Lastenhefte für potenzielle Zulieferer erstellt, es finden aber auch Eigenentwicklungen bei zentralen Steuergeräten statt und vorhandene Schutzmechanismen werden laufend getestet.

In der anschließenden Diskussion der Workshop-Teilnehmer zeigte sich die hohe Komplexität bei der Absicherung von In-Vehicle-Kommunikation. Ein reibungsloses Zusammenspiel über Branchengrenzen hinweg ist nötig um Sensorik, Kommunikation und die notwenige Absicherung zu gewährleisten. Noch existieren nicht für alle Bereiche klare Standards und eindeutige Zuständigkeiten.

In dem kürzlich erschienenen Whitepaper „Safety First for Automated Driving“, das in dem Workshop mehrfach thematisiert wurde, stellen die Unternehmen Aptiv, Audi, Baidu, BMW, Continental, Daimler, Fiat Chrysler Automobiles, Here, Infineon, Intel und Volkswagen gemeinsame Grundlagen für Entwicklung, Test und Validierung von sicheren, automatisierten Personenkraftfahrzeugen vor. Das Paper kann beispielsweise hier runtergeladen werden.

Mit dem Workshop konnte ein Beitrag zu einem besseren Verständnis der Teilnehmer für die Herausforderungen der beteiligten Branchen erzielt sowie zur branchenübergreifenden Netzwerkbildung geleistet werden. Weitere Veranstaltungen in einem ähnlichen Format sind geplant.