München, 14. März 2019. Eine verbraucherfreundliche Digitalisierung braucht einen gesamtgesellschaftlichen Dialog. Deshalb brachte das ZD.B bei der jährlichen Netzwerkkonferenz der Themenplattform Verbraucherbelange am 14. März 2019 zum zweiten Mal Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verbraucherorganisationen zusammen. Verbraucherschutzminister Glauber MdL berief dabei die drei SprecherInnen der Themenplattform Verbraucherbelange als „Botschafter“ für Verbraucherbelange in der digitalen Welt.

Wie kann die Digitalisierung verbraucherfreundlich gestaltet werden? Welche Chancen und Risiken entstehen beispielsweise durch KI-gestützte Anwendungen für VerbraucherInnen und wie sollten Wirtschaft, Politik und Gesellschaft damit umgehen? Diese Fragen standen bei der zweiten Netzwerkkonferenz der Themenplattform Verbraucherbelange im Vordergrund.

Christin Eisenschmid, Geschäftsführerin der Intel Deutschland GmbH und wirtschaftliche Sprecherin der Themenplattform, betonte dass sichere Produkte und der verantwortungsbewusste Umgang mit Daten im ureigenen Interesse von Unternehmen läge, um das Vertrauen der Kunden nicht aufs Spiel zu setzen. Prof. Christian Thorun, Gründer und Geschäftsführer von ConPolicy und verbraucherpolitischer Sprecher, kritisierte, dass VerbraucherInnen bei der Nutzung digitaler Angebote oftmals keine Wahl gelassen wird ob und welche Daten sie preisgeben – auch wenn zu einem Produkt faktisch keine Alternativen bestehen. Wie kann digitale Technik den Einzelnen im Alltag helfen? Diese Frage stand für Prof. Dirk Heckmann, Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Sicherheitsrecht und Internetrecht Sicherheitsrecht an der Universität Passau und wissenschaftlicher Sprecher der Themenplattform, im Zentrum der Debatte.

Dominik Golle und Dr. Christian Thiel, die beiden Koordinatoren der Themenplattform Verbraucherbelange, präsentierten zwei Lösungsansätze für eine gemeinwohlorientierte Digitalisierung: Privacy by Design, also die Verankerung von Datenschutz und Daten-Minimierung bereits in der Produktentwicklung, und Corporate Digital Responsibility, was freiwillige Maßnahmen von Unternehmen umfasst, wie etwa die Entscheidung kein extensives Kundenprofiling zu betreiben.

Doch auch die TeilnehmerInnen selbst waren gefragt, sich einzubringen, und ihre Perspektiven zu Herausforderungen einzubringen – wie etwa der schwierige Vereinbarkeit von transparenten Verbraucherinformationen und einer hohen Benutzerfreundlichkeit: In parallelen Brakeout-Workshops wurden konkrete Fragestellungen aus dem Arbeitsalltag der TeilnehmerInnen diskutiert, wofür die Räumlichkeiten des smartvillage in München eine äußerst inspirierende und Atmosphäre boten.

Zum Ausklang warf Prof. Alexander Filipović, Mitglied der Enquete Kommission zu Künstlicher Intelligenz, Fragen auf, die die TeilnehmerInnen sicher über die Networking-Konferenz hinaus beschäftigen: Kann Maschinen ein menschenähnliches Bewusstsein zugesprochen werden? Was bedeutet es für die Menschheit, wenn Maschinen zukünftig stets bessere Entscheidungen treffen können als wir selbst? Welche Schritte müssen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft unternehmen, um Grundsätze wie die informationelle Selbstbestimmung in diesem Kontext zu wahren?

Hier die Keynote von Prof. Filipović:

 

 

  • Die Offizielle Pressemitteilung des Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz finden sie hier.
  • Mehr zur Themenplattform Verbraucherbelange hier.